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Indostomus crocodilus

Systematik:

Die momentan gültige Beschreibung von Indostomus crocodilus stammt von Britz & Kottelat aus dem Jahr 1999.

Davor sprach man von nur einer Art der Gattung Indostomus, deren Verbreitungsgebiet sich über Thailand, Malaysia, Laos, Kambodscha und Myanmar erstreckte.

Heute umfasst die Gattung Indostomus drei gültige Arten:

  • Indostomus crocodilus
  • Indostomus paradoxus
  • Indostomus spinosus

Damit gibt es auch neue deutsche Namen, auf die man allerdings nicht allzu viel geben sollte. Aber zur Vollständigkeit:

Indostomus crocodilus heißt jetzt Malayenstichling

Indostomus paradoxus heißt jetzt Burmastichling

Indostomus spinosus hat meines Wissens nach keine deutsche Bezeichnung

Im Handel werden die Fische meistens als Burmastichlinge angeboten. Ob I. spinosus überhaupt bei uns erhältlich ist, weiß ich nicht. Ich habe ihn jedenfalls noch nirgends gesehen.

Unterscheidung Indostomus crocodilus und Indostomus paradoxus

Diese Unterscheidung beruht nicht auf persönlichen Erfahrungen, sondern ist der spärlichen Literatur entnommen. Meine Tiere zeigen das Band, also nehme ich an, dass es sich um I. crocodilus handelt.

Die Männchen von I. crocodilus haben in der Rück- und in der Afterflosse ein außen helles und innen dunkles Band, das bei I. paradoxus fehlt.

Stamm: Chordata

Klasse: Actinopterygii

Ordnung: Synbranchidae

Familie: Indostomidae

Gattung: Indostomus

Verbreitung und Gefährdung

Mit der neuen Beschreibung der Arten hat sich auch das bekannte Verbreitungsgebiet von Indostomus crocodilus drastisch verkleinert. Aktuell wird von einer Fläche von max. 15.000 km² im Süden Thailands und in Malaysia ausgegangen.

Wegen der fortschreitenden Zerstörung seines Lebensraums wird Indostomus crocodilus von der IUCN als „vulnerable“ eingestuft.

Habitat

Über den natürlichen Lebensraum von Indostomus crocodilus gibt es nur wenig Informationen. Nach den vorliegenden Angaben bewohnen die Fische langsam fließende oder stehende Schwarzwasserhabitate. Dort halten sie sich bevorzugt in Bodennähe in der Nähe von hölzernen Strukturen wie ins Wasser reichende Wurzeln und herabgefallenen Ästen und im Bereich von Falllaub auf.

In diesen Lebensräumen gibt es normalerweise keine Unterwasserpflanzen aber die Oberfläche wird oft großflächig von Schwimmpflanzen bedeckt.

Aquarium Einrichtung

Ausgehend von den mir zugänglichen Informationen habe ich auch das Aquarium eingerichtet. Für 6 Indostomus crocodilus verwende ich ein Becken mit den Maßen 40x25x25.

Ich bin kein Freund davon, Eichen- oder andere Blätter in einer dicken Schicht ins Aquarium zu werfen.

Einerseits habe ich dann zu wenig Kontrolle über die Bewohner, andererseits wird mir dann auch die Reinigung zu mühsam.

Bodengrund

Als Bodengrund habe ich eine dünne Schicht feinen Sand verwendet, in dem sich jede Menge Turmdeckelschnecken tummeln. Damit bin ich bis jetzt noch immer gut gefahren. Der Sand dient mir (eingeschränkt) als Filtermedium. Die TDS vertilgen Futterreste und abgestorbene Pflanzenteile und sorgen dafür, dass sich im Sand keine faulenden Stellen bilden können.

Dekoration

Bei der Dekoration des Aquariums muss man selbstverständlich einmal die Bedürfnisse der Bewohner berücksichtigen.

Es ist aber genauso wichtig, immer die Kontrolle über die Vorgänge im Aquarium zu behalten. Gerade bei versteckt lebenden Arten macht es keinen Sinn, eine „grüne Hölle“ zu schaffen, wo man die Fische nie wieder zu Gesicht bekommt. Beim Ausbruch einer Krankheit kann man dann nicht rechtzeitig eingreifen und gefährdet den gesamten Bestand.

Ich weiß, wovon ich rede. Ich habe einmal eine komplette Nachzucht an Prachtguramis aus diesem Grund verloren. Die waren so scheu, dass sie sich nie zeigten, wenn ich vor dem Aquarium stand. Ich habe die Bescherung erst gemerkt, als die Futtertiere nicht mehr wie gewohnt verschwanden. Da war es aber schon zu spät, um noch etwas zu retten.

Jetzt aber zurück zur Deko:

Als Versteckmöglichkeiten verwende ich einige Tonhöhlen und schwarze Trinkhalme. Trinkhalme nehme ich deswegen, weil die lebensmittelecht sind. Da muss ich mir keine Gedanken machen, ob die nicht vielleicht irgendwelche Stoffe abgeben, die den Fischen schaden. Die Trinkhalme habe ich mit Aquariensilikon bestrichen und in dem Sand gewälzt, den ich auch als Bodengrund verwende. Das hält die Halme am Boden und sieht auch besser aus.

Zusätzlich sind noch zwei dünne, verzweigte Ästchen im Aquarium, um etwas Struktur zu schaffen.

Bepflanzung

Bei den Pflanzen habe ich mir nicht viel angetan und einfach einiges Anspruchsloses aus meinen anderen Becken genommen:

Javamoos (Taxiphyllum barbieri)

Tausendblatt (Myriophyllum spec.)

Zwergspeerblatt (Anubias nana)

Technik

Ich filtere über einen Mattenfilter, dessen Auslass über der Wasserlinie liegt. Dadurch erreiche ich, dass die Strömung nicht zu stark wird.

Geheizt wird mit einem herkömmlichen Heizstab mit 25 Watt.

Haltung von Indostomus crocodilus

Wasser

Die Malayenstichlinge stammen aus Gewässern mit sogenanntem Schwarzwasser. Ich will jetzt nicht zum x-ten Mal den Begriff Schwarzwasser erklären, das ist schon oft genug und sehr gut getan worden. Hier nur die wichtigsten Fakten, soweit sie für die Aquarienhaltung von Bedeutung sind:

  • weich
  • sauer
  • keimarm
  • nährstoffarm

Damit haben wir schon alle Informationen, die wir für die erfolgreiche Haltung von Indostomus crocodilus brauchen.

Ich verschneide das Leitungswasser mit Osmosewasser, das mit Torf und Erlenzapfen behandelt wurde, bis ich einen pH-Wert von 6 – 6,5 erreiche. Eine stärkere Ansäuerung ist nach meinen bisherigen Beobachtungen nicht nötig und würde sich nur negativ auf Garnelen und Pflanzen auswirken.

Was habe ich dadurch erreicht? Durch den Torf und die Erlenzapfen wird das Wasser angesäuert und die Humin- und Fulvosäuren helfen bei der Keimreduktion. Um die Keimbelastung niedrig zu halten, gebe ich noch zusätzlich einige Erlenzapfen ins Aquarium und wechsle jede Woche die Hälfte des Wassers.

Was bedeutet jetzt nährstoffarm? Ganz einfach: Die Wasserbewohner bekommen sehr wenig zu fressen!

Auf die Aquarienhaltung umgelegt heißt das: Sehr sparsam füttern! Kein Fisch ist je schöner oder älter geworden, weil er sich permanent bis zum Platzen vollfressen konnte.

Beleuchtung

Einfache Antwort: schwach.

Warum? Der natürliche Lebensraum der Tiere, kleine Bäche oder Tümpel ist oft vollständig von Bäumen überwachsen. In einem Urwald kommt nur sehr wenig Licht am Boden an. Dieses Licht wird dann noch zusätzlich von der Braunfärbung des Wassers geschluckt.

Im Aquarium können wir auch durch Schwimmpflanzen für die richtigen Lichtverhältnisse sorgen.

Temperatur

Die Wassertemperatur liegt bei mir bei ca. 24° C, was sich bis jetzt bewährt hat.

Fütterung

Hier liegt wohl für manche Aquarianer das Hauptproblem bei der Haltung von Indostomus crocodilus. Die Fische können mit ihrem kleinen Maul nur kleinstes Lebendfutter bewältigen und fressen auch nichts anderes.

Glücklicherweise verfüge ich über einen Gartenteich. Damit kann ich den Tieren in den warmen Monaten Tümpelfutter anbieten.

Daneben reiche ich Artemia Nauplien, die sehr gerne gefressen werden.

Ausgehend von meinen Erfahrungen mit Schwarzwasserfischen füttere ich 3 – 4 Mal in der Woche, was meiner Meinung nach ausreichend ist. Auch bei dieser Futtermenge laichen die Indostomus regelmäßig.

Nach meinen Beobachtungen ist es auch nicht notwendig, dass die Tiere dann „im Futter stehen“. Sie verfolgen die Beute sehr wohl über einige cm.

Verhalten

Im Vergleich zu Prachtguramis sind die Indostomus crocodilus geradezu kecke kleine Gesellen. Sie sind völlig entspannt und lassen sich gut beobachten, wenn man sich nicht zu hektisch vor dem Aquarium bewegt.

Wenn sie doch einmal die Flucht ergreifen und in eine Röhre fliehen, zeigen sie sich schon bald wieder und verhalten sich, als ob nichts gewesen wäre.

Meine Männchen haben, wenn sie nicht am Balzen sind oder Eier bewachen, keine bestimmte Röhre als Standplatz. Sie stehen einmal in einem Trinkhalm und schwimmen dann in eine Tonröhre. Alles geschieht natürlich mit der angemessenen Ruhe.

Zu Reviergeplänkeln kommt es nur, wenn sich zwei Männchen im Freiwasser begegnen. Bis jetzt hat immer ein kurzes Flossenspreizen des Überlegenen genügt, und der Andere hat sich davon gemacht. Dass ein Revier um die Röhren herum verteidigt wird, konnte ich noch nicht beobachten.

Trifft ein Männchen auf ein Weibchen, wird dieses sofort angebalzt. Hat das Weibchen kein Interesse, macht es sich davon.

Ein laichreifes Weibchen folgt dem Männchen in die Höhle zum Ablaichen. Dazu wurden bis jetzt immer die Trinkhalme genommen und nie die Tonhöhlen. Wahrscheinlich laicht Indostomus crocodilus wirklich nur in engen Röhren ab.

Zucht

Zur Zucht kann ich noch keine erschöpfenden Infos geben, da meine Jungfische momentan erst knappe drei Wochen alt sind.

Die bisherigen Erfahrungen:

Im Aquarium belassene Eier sind immer nach spätestens zwei Tagen verschwunden. Dafür mache ich die Schnecken verantwortlich.

Deshalb habe ich eine Röhre mit einem Gelege von ca. 10 Eiern kurz nach dem Ablaichen entnommen und in ein kleines Gefäß, das im Aquarium schwimmt, gelegt.

Ich habe peinlich darauf geachtet, keine Schnecken mit zu schleppen. Auf Mittel gegen Laichverpilzung und auf Durchlüftung habe ich verzichtet und stattdessen 2x täglich das Wasser gewechselt.

Seit dem Schlupf der Jungfische verwende ich abwechselnd 2 Behälter. In dem einen schwimmen die Jungfische, den anderen desinfiziere ich mit einer gesättigten Kochsalzlösung. Jeden Tag entleere ich den Behälter mit den Jungfischen möglichst vollständig. (Ich muss zugeben, dass ich dabei schon 2 Jungfische ins Aquarium gespült habe.)

Den desinfizierten und gewaschenen Behälter fülle ich mit Aquarienwasser und übersiedle dann die Jungfische.

Fazit bis jetzt:

2 Junge ausgeleert, 2 sind eingegangen, die restlichen 6 fressen schon Artemia Nauplien und feinstes Tümpelfutter.

Ich bin gespannt, wie’s weiter geht und werde berichten, sobald es etwas Neues gibt.

 

Verweise:

Britz, R. and M. Kottelat, 1999 – Ichthyological Exploration of Freshwaters 10(4): 327-336
Two new species of gasterosteiform fishes of the genus Indostomus (Teleostei: Indostomidae).

http://www.iucnredlist.org/details/summary/180893/0

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