Aquarium Wasser trüb

 – meistens weniger schlimm als es aussieht

Eine der häufigsten Fragen in Aquarienforen betrifft die Wassertrübung. Da wird gejammert: Das Wasser ist so milchig, das ganze Aquarium ist grün oder braun. Wie krieg‘ ich das weg?

Und wie bei sehr vielen Problemen mit dem Aquarium liegt die Ursache meistens beim Aquarianer selbst. Falsche Fütterung, falsche Wasserwechsel, falsche Filterreinigung. Alles Fehler, die sich mit einem Mindestmaß an Interesse und Information vermeiden lassen.

Erst mal die erfreuliche Nachricht: Trübes Aquarienwasser ist zwar optisch nicht sehr schön, aber es gibt nur einen Fall, bei dem die Alarmglocken läuten sollten.

Warum dein Aquarium Wasser trüb ist:

Problem Nr. 1: Trübung durch Schwebstoffe

Diese Form ist bei meinen Aquarien am häufigsten. Sie entsteht oft bei der Einrichtung eines neuen Beckens, wenn das Wasser eingelassen wird.

Ursache Nr. 1: ungewaschener Bodengrund bei Neueinrichtung

Die Ursache liegt darin, dass der Bodengrund nicht gründlich gewaschen wurde. Mir ist es einfach zu mühsam den Sand so lange zu waschen, bis alle Schwebstoffe entfernt sind. Wirklich gründlich wasche ich nur die oberste Schicht. Wenn ich nun das Wasser ins Becken fülle, wird da und dort auch der ungewaschene Sand aufgewühlt. Dann sehe ich oft im Aquarium keine 10 cm weit.

Nach einigen Tagen gründlicher Filterung ist das Wasser aber genauso klar, als wenn ich mühsam den gesamten Bodengrund gewaschen hätte.

Lösung Nr. 1: keine nötig. Das Problem löst sich nach einigen Tagen von selbst. Wenn es dich wirklich stört, musst du den Bodengrund eben entsprechend gründlich waschen. Hast du das nicht getan, kannst du in deinen Außenfilter als letzte Schicht Filterwatte* geben. Das hilft dabei, die feinsten Schwebeteilchen aus dem Wasser zu entfernen. Wenn der Durchfluss nachlässt, musst du die Filterwatte auswaschen oder austauschen.

Alle anderen Filtermaterialien fasst du nicht an! Wenn du die auch ständig auswäschst, wird die biologische Filterung nie in Schwung kommen.

Ursache Nr. 2: stark wühlende Fische

Große Buntbarsche wühlen oft stark. Dabei kommt auch der Mulm, der sich in den tieferen Schichten des Bodengrunds angesammelt hat, ins freie Wasser.

Geophagus sp. im Aquarium

Lösung Nr. 2: Im Regelfall schafft hier ein stärkerer Außenfilter Abhilfe. Bei großen Cichliden solltest du den Filter schon wegen des starken Stoffwechsels der Fische möglichst groß wählen.

Zuletzt aktualisiert am 3. Juli 2020 um 9:05. Preise können sich in der Zwischenzeit geändert haben. Alle Angaben ohne Gewähr.

Problem Nr. 2: Wassertrübung durch Bakterienblüte

Wenn in deinem Aquarium das Wasser milchig trüb ist, hat das meistens mit einer explosionsartigen Vermehrung von Bakterien zu tun. Dieses Phänomen wird als Bakterienblüte bezeichnet. Hier gibt es einen bestimmten Fall, wo es für deine Aquarienbewohner gefährlich werden kann.

Ursache Nr. 3: Aquarium noch nicht eingefahren

Oft, aber nicht immer kommt es in der Einlaufphase zu einer starken Vermehrung von Bakterien. Ich habe ehrlich keine Ahnung, ob das bei meinen Aquarien auch der Fall ist. Schließlich ist das Wasser zu Beginn oft durch den schlampig gewaschenen Sand getrübt. Wo jetzt die mechanische Trübung endet und die bakterielle beginnt, ist mir offen gestanden auch völlig egal. Nach einigen Tagen klart das Wasser auf, was aber nicht heißt, dass ich dann sofort die Fische einsetze.

Die Einlaufphase beträgt immer mindestens 3 Wochen!

Lösung Nr. 3: Keine Maßnahmen nötig, das gehört dazu. Da noch keine Fische im Aquarium sind, kannst du einfach abwarten. Du brauchst nur etwas Geduld.

Ursache Nr. 4: Bakterienblüte im eingefahrenen Aquarium

Wenn das Aquarium schon besetzt ist und das Wasser milchig trüb wird, hast du ein Problem. Die Bakterien selbst sind zwar für deine Fische völlig ungefährlich. Sie atmen aber wie auch die anderen Aquarienbewohner Sauerstoff. Das kann zu einem Sauerstoffmangel führen, der für die Fische lebensgefährlich ist.

Was führt zu einer Bakterienblüte? Leider sind es fast immer grobe Pflegefehler. Entweder hast du viel zu viel Futter ins Aquarium gekippt oder den Filter zu gründlich gereinigt. Alternativ dazu hat vielleicht auch ein Überbesatz den Filter restlos überfordert.

Lösung Nr. 4: Sofort 90 % des Wassers wechseln. Im Zuge dessen solltest du den Boden mit einem Mulmsauger reinigen. Nicht füttern! Wenn das Wasser erneut trüb wird, den Wasserwechsel wiederholen und wenn auch das nichts hilft, mit einer Luftpumpe Sauerstoff ins Aquarium einbringen.

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In weiterer Folge den Fischbestand auf ein der Aquariengröße entsprechendes Maß reduzieren und weniger füttern. Wenn diese Maßnahmen erfolglos bleiben, solltest du den Kauf eines leistungsfähigeren Außenfilters überlegen.

Lösung Nr. 5: Oft wird bei einer Bakterienblüte ein UVC-Klärer empfohlen. Das ist meiner Meinung nach nur sinnvoll, wenn gleichzeitig auch die Ursachen bekämpft werden. Ansonsten bleibt es eine kosmetische Maßnahme und das Problem wird immer wieder auftreten.

Problem Nr. 3: Wassertrübung durch Algenblüte

Das Auftreten einer Algenblüte erkennst du ganz einfach an der charakteristischen Grünfärbung des Aquarienwassers. Diese entsteht durch mikroskopisch kleine Grünalgen, die frei im Wasser schweben. In der freien Natur sind sie eine wichtige Nahrungsquelle für Kleinkrebse wie Wasserflöhe. Das massenhafte Auftreten der Schwebalgen fällt in meinem Gartenteich mit der ersten starken Erwärmung im Frühjahr zusammen. Die Daphnien sind zu dieser Zeit wirklich grasgrün.

Ursache Nr. 4: zu viele Nährstoffe im Wasser

Eine Algenblüte ist ein Zeichen von einem Überangebot an Nährstoffen. Diese können von den Algen einfacher verwertet werden als von höheren Aquarienpflanzen. So kommt es zu einer Massenvermehrung der Schwebalgen, die zu einer grünlichen Trübung des Aquarienwassers führt.

Die Ursachen für den Nährstoffüberschuss liegen üblicherweise in einer zu starken Fütterung, einem Überbesatz und zu großen Intervallen beim Wasserwechsel. Also wieder einmal bei den Fehlern, auf die man 90 % der Probleme im Aquarium zurückführen kann.

Ich hatte einmal eine Algenblüte, nachdem ich die oben erwähnten grünen Daphnien gefüttert hatte. Gemeinsam mit den Wasserflöhen habe ich wohl auch die Schwebalgen eingeschleppt.

Lösung Nr. 6: Üblicherweise reicht ein großer Wasserwechsel verbunden mit einem Fütterungsstopp von einigen Tagen, um die Trübung verschwinden zu lassen.

Lösung Nr. 7: Wenn du nur Zwerggarnelen hältst oder dein Aquarium sehr sparsam besetzt ist, kannst du mit der biologischen Methode für klares Wasser sorgen: Eine größere Anzahl Wasserflöhe kann es schaffen, die Schwebalgen aufzufressen. Allerdings musst du die abgestorbenen Wasserflöhe entfernen, sonst kommt es rasch wieder zu einem starken Anstieg an Nährstoffen.

Lösung Nr. 8: Wer mag, kann ebenso wie bei der Bakterienblüte einen UV-C-Klärer einsetzen. Bei richtiger Anwendung tötet er zuverlässig einen Großteil der Schwebalgen ab. Um die abgestorbenen Algen zu entfernen, sind wieder ein großer Wasserwechsel und das sorgfältige Absaugen des Bodengrunds angesagt.

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Bei meinem Aquarium habe die Wassertrübung relativ einfach in den Griff bekommen: Nachdem ich 3 Tage nicht gefüttert hatte und einen 75%igen Wasserwechsel durchgeführt hatte, war der Spuk auch schon wieder vorbei.

Problem Nr. 4: gelbe oder bräunliche Färbung des Wassers

Hier handelt es sich meistens um keine Trübung im eigentlichen Sinn. Das normalerweise farblose Aquarienwasser bleibt zwar durchsichtig, hat aber einen Farbton, der von einem leichten Gelbstich bis zu einem tiefen Braun reichen kann.

Ursache Nr. 5: Huminstoffe im Aquarium

Diese Färbung des Wassers entsteht, wenn du etwa Moorkin- oder Mangrovenwurzeln ohne ausreichend lange Wässerung ins Aquarium gibst. Das gleiche Phänomen lässt sich auch bei der Verwendung von Erlenzapfen, Eichenblättern und Seemandelbaumblättern beobachten.

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Der Grund dafür ist leicht zu erklären: Durch den Kontakt mit dem Aquarienwasser werden Huminstoffe aus Wurzeln, Zapfen und Blättern ausgeschwemmt. Diese Huminstoffe haben im Aquarium eigentlich sehr positive Effekte. Die wichtigsten sind wohl die antibakterielle Wirkung und die Stabilisierung des pH-Wertes. Damit tragen sie entscheidend zum Wohlbefinden der Aquarienbewohner bei.

Ich selbst verwende Erlenzapfen oder Eichenblättern in fast allen meinen Aquarien. Ausnahmen sind Becken mit ostafrikanischen Cichliden und Lebendgebärenden.

Lösung Nr. 9: Huminstoffe sind nur bei extremer Überdosierung bedenklich. Die ist aber erst dann gegeben, wenn die das Aquarienwassers schwarz wie Kaffee ist. Mit einer Wurzel im Becken wirst du diese Wirkung nicht erreichen.

Wie schon erwähnt, sind Huminstoffe in der Regel positiv für die Aquarienbewohner. Deswegen würde ich auch nichts unternehmen. Die Abgabe der Huminstoffe verringert sich im Laufe der Zeit und irgendwann ist die Wurzel völlig ausgelaugt. Das merkst du daran, dass die Färbung des Aquarienwassers immer weniger wird und schließlich komplett ausbleibt.

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Lösung Nr. 10: Wenn dich die Braunfärbung stört, musst du den Verursacher aus dem Aquarium entfernen und mindestens 70 % Wasser wechseln. Die Wurzel wässerst du in einem Eimer und wechselst alle 3 Tage das Wasser. Wenn keine Färbung mehr auftritt, gibst du sie wieder ins Aquarium. Allerdings können die Wurzeln auch noch nach Wochen aufschwimmen. Du solltest sie also so lange wässern, bis sie untergehen. Alternativ dazu kannst du sie auch im Aquarium beschweren, damit sie an ihrem Platz bleiben.

Oft höre ich Fragen wie: Wie lange dauert es, bis das Wasser nicht mehr gefärbt wird? Das lässt sich pauschal nicht sagen, da es dabei auf viele Dinge ankommt: Wie lange war die Wurzel schon im Wasser, wie stark sind die Huminstoffe ausgelaugt, etc.

Soll ich bei trüben Aquarienwasser einen Wasserklärer einsetzen?

Auf dem Markt gibt es verschiedene Mittel, die Abhilfe versprechen, wenn das Aquarium Wasser trüb ist. Das sind in der Regel Flockungsmittel, die ein Verklumpen der feinsten Partikel bewirken. Diese Klumpen werden nun im besten Fall in den Filter gesaugt oder sinken zu Boden.

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Deswegen musst du nach der Anwendung dieser Mittel den Aquarienboden gründlich mit einem Mulmsauger reinigen. Sonst bleiben die Partikel am Boden, zersetzen sich und bieten erneut die Nahrungsgrundlage für Bakterien und Algen.

Meiner Ansicht nach sind diese Wasserklärer nicht notwendig. Sie bekämpfen immer nur die Symptome und nie die Ursache der Wassertrübung. Meistens werden sie auch genau von den Leuten eingesetzt, die aus Unwissenheit oder aus Ungeduld grobe Pflegefehler begehen. Wenn es dann Probleme gibt, erwarten sich diese Menschen dann Wunderdinge von irgendwelchen chemischen Mittelchen.

Ich rate zu folgendem Vorgehen, wenn das Aquarium Wasser trüb ist:

  1. Mögliche Ursachen erkennen (z. B. zu viel Futter)
  2. Einen Lösungsansatz versuchen (3 Tage nicht füttern, danach sparsam)
  3. Einige Tage abwarten
  4. Bei Erfolg entsprechendes Vorgehen (sparsame Fütterung)
  5. Bei Misserfolg andere mögliche Ursache identifizieren
  6. Siehe Punkt 2

Mit diesem Ansatz kann es zwar einige Wochen dauern, bis die Lösung wirklich greift. Dafür hast du aber alles getan, dass dieses Problem nicht wieder auftritt. Falls es doch wieder passieren sollte, kannst du es effizient bekämpfen.

Fazit

Wenn das Aquarium Wasser trüb wird, ist das in den meisten Fällen nicht wirklich schlimm. Mit ein bisschen Hausverstand und einigen wenigen Maßnahmen lässt sich das Problem leicht eingrenzen und in der Folge auch beseitigen.