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Warum überhaupt filtern?

Warum überhaupt filtern?

Stickstoff ist ein lebenswichtiges Element, das in natürlichen Gewässern aber nur in sehr geringem Maß vorkommt. Im Aquarium führen die Ausscheidungen der Fische, nicht gefressenes Futter und abgestorbene Pflanzenteile zu einer starken Konzentration an Stickstoffverbindungen. Ohne der richtigen Filterung entstehen Nitrit und Nitrat.

Diese für Fische schädlichen Verbindungen werden im Außenfilter stufenweise und immer unter Anwesenheit von Sauerstoff abgebaut.

Stickstoffabbau

In der ersten Stufe werden die organischen Substanzen zu Ammoniak (NH3) und Ammonium (NH4) abgebaut. Entscheidend ist hier der pH-Wert. Bei einem pH-Wert von über 7 bildet sich Ammoniak, bei einem pH-Wert von unter 7 entsteht Ammonium. Daraus folgt, dass es im sauren Wasser zu keiner Ammoniakvergiftung kommen kann. Ammoniak ist die giftigste Stickstoffverbindung, Ammonium dagegen kann von den Pflanzen aufgenommen werden.

Für die zweite Stufe sorgen die sogenannten Nitrosomonas-Bakterien. Sie bilden aus Ammoniak oder Ammonium das Nitrit (NO2). Nitrit ist für Fische ebenfalls sehr giftig und wird auch bei einem pH-Wert unter 7 gebildet.

In der letzten Stufe kommen die Nitrobacter-Bakterien zum Einsatz. Sie wandeln das Nitrit in Nitrat (NO3) um. Nitrat ist viel weniger giftig als Ammoniak oder Nitrit.

Stickstoffverbindungen und ihre Schädlichkeit

Malawi Buntbarsche sind empfindlich auf Nitrit

 

    • Ammoniak bringt die Fische um
    • Ammonium ist in geringer Menge gut für Pflanzen
    • Nitrit bringt Fische und Pflanzen um
    • Nitrat ist für Fische in einem gewissen Ausmaß ungefährlich, es fördert aber in höheren Konzentrationen den Algenwuchs

Grenzwerte für Stickstoffverbindungen im eingefahrenen Aquarium

    • Ammoniak: sollte mit in der Aquaristik üblichen Tests nicht nachweisbar sein und ist ab 0,2 mg/l gefährlich
    • Ammonium: Der Ammoniumgehalt ist meistens nicht nachweisbar, da es im Außenfilter sehr schnell zu Nitrit und Nitrat abgebaut wird.
    • Nitrit: sollte nicht nachweisbar sein, ab o,5 mg/l gefährlich, für manche Fische schon in geringerer Konzentration
    • Nitrat: bis 40 mg/l tolerierbar, in höheren Konzentrationen fördert es das Algenwachstum und hat negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Fische.

Wenn das Leitungswasser schon stark mit Nitrat belastet ist, sollte man sich überlegen, eine Osmoseanlage anzuschaffen, oder ein geeignetes Filtermaterial verwenden.

Wassertests

All diese Substanzen können mit verschiedenen Tests überprüft werden. Für den erfahrenen Aquarianer reicht für den schnellen Überblick ein Streifentest, der den pH-Wert, die Karbonathärte (KH), die Gesamthärte (GH), das Nitrit (NO2), das Nitrat (NO3) und das Chlor misst. Die Messung ist in der Regel ziemlich ungenau, für den Nachweis von Nitrit und Nitrat reicht es aber allemal, wenn die Streifen ordnungsgemäß gelagert werden.

Genauer sind hier die Tröpfchentests. Hier soll nur auf die Tests eingegangen werden, die für die Stickstoffverbindungen wesentlich sind. Der Testaufbau ist für alle gleich: Er besteht aus einem sogenannten Komparatorsystem. Das bedeutet, dass die Eigenfärbung des Aquariumwassers beim Test berücksichtigt wird.

In der Praxis sieht das so aus: Zwei Glasküvetten werden mit Aquariumwasser gefüllt, in die eine wird das Reagenz tröpfchenweise nach Anleitung zugegeben. Die Küvetten werden nun auf eine Farbskala gestellt, das Ergebnis kann nach einer definierten Zeit abgelesen werden.

 

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