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Jungfische im Gesellschaftsbecken aufziehen

Es gibt wohl nichts Schöneres für einen Aquarianer, als Nachwuchs von seinen Fischen zu bekommen. Ich zeige dir, wie du Jungfische im Gesellschaftsbecken aufziehen kannst. Wenn ein Aquarianer mit seinem Hobby beginnt, hat er meistens nur ein Becken. Dort ist die Chance, dass die Jungfische durchkommen, verschwindend gering. Meistens werden sie innerhalb kurzer Zeit von den anderen Aquarienbewohnern gefressen.

Ablaichkasten

Viele sind dann versucht, in dieser Situation zu einem Ablaichkasten zu greifen. Leider haben diese Dinger viele Nachteile. Der größte ist meiner Meinung nach die mangelnde Wasserzirkulation. Das führt vor allem bei kräftiger Fütterung dazu, dass sich sehr schnell Schadstoffe ansammeln und die Gesundheit der Jungfische gefährden. Außerdem nimmt so ein Kasten den anderen Aquarienbewohnern einiges an Schwimmraum weg. Das ist vor allem bei kleineren Aquarien ein unerwünschter Nebeneffekt.

Aber es gibt noch eine andere Möglichkeit, wie du Jungfische im Gesellschaftsbecken aufziehen kannst. Sie ist zwar mit etwas Arbeit verbunden, aber vor allem für Lebendgebärende wie Guppys, Platys, Mollys und Co. recht erfolgreich. Ganz allgemein funktioniert diese Methode besonders für Jungfische, die sich bevorzugt an der Wasseroberfläche aufhalten.

Bau der Aufzuchtvorrichtung

Was du brauchst:

Eine Glasplatte mit den Maßen von ca. 10 x 20 cm, mit gesäumter Kante, damit sich weder Mensch noch Fisch daran verletzt. Zur Sicherheit kannst du die Kanten auch etwas abrunden lassen. Die Platte sollte meiner Meinung nach mindestens 4 mm stark sein, alles darunter ist mir zu bruchanfällig.

Aquarium-Silikon: Das bekommst du im Fachhandel oder oft preisgünstiger im Baumarkt. Aber auch das Silikon aus dem Baumarkt muss zwingend ausgewiesenes Aquarien-Silikon sein. Denn Sanitär-Silikon ist normalerweise mit Fungiziden versetzt, die im Aquarium fatale Auswirkungen haben können.

Vor dem Einbau bestreichst du die Platte flächig dünn mit Silikon und bringst eine dünne Sandschicht auf. Nach den Anweisungen des Herstellers trocknen lassen. Üblicherweise ist Silikon durchgetrocknet, wenn du keinen Essiggeruch mehr wahrnehmen kannst.

Der Sand dient dazu, dass die Glasplatte von den Jungfischen als Flachwasserbereich wahrgenommen wird. Und auch die erwachsenen Aquarienbewohner können so die Glasscheibe besser sehen und knallen nicht dagegen.

Der Einbau der Glasscheibe ins Aquarium kann etwas tricky werden. Auf jeden Fall musst du den Wasserspiegel entsprechend absenken. Am besten klebst du das Glas in eine Ecke des Aquariums, da eine zweiseitige Verklebung sicher besser hält.

Die Klebestellen müssen vor der Verklebung gut gereinigt werden.

Ein Problem wird auf jeden Fall auftreten: Normales Silikon härtet in nasser Umgebung nicht aus. Vielleicht reicht es aus, wenn du die Aquarienabdeckung öffnest. Wenn die Scheiben dann oberhalb des Wassers trocken bleiben, kannst du einen Versuch wagen.

Bilden sich trotz geöffneter Abdeckung Feuchtigkeit oder Tropfen auf der Innenseite der Aquariumscheiben, musst du zu anderen Mitteln greifen: Dann brauchst du einen Unterwasserkleber. Selbstverständlich muss dieser Kleber zur Verwendung im Aquarium geeignet sein. Oft findest du auch die Bezeichnung Korallenkleber. Im Folgenden findest du einige fisch- und pflanzenverträgliche Unterwasserkleber.

Zur Sicherheit solltest du die Platte auch abstützen, bis das Silikon ausgehärtet ist.

Wasserstand

Der Wasserstand über der Scheibe darf nur so hoch sein, dass kein erwachsener Fisch in den Bereich über der Glasplatte kommt. Das werden je nach den Fischen in deinem Aquarium wenige mm bis zu 2 cm sein. Die Scheibe solltest du auch dort montieren, wo möglichst wenig Strömung vorhanden ist. Wenn sie sich im Bereich des Strahlrohrs vom Außenfilter befindet, wird sich dort kein Jungfisch halten können.

Eines soll zum Abschluss nicht verschwiegen werden: Jungfische, die sich aus dem Bereich der Platte herausbewegen, können natürlich gefressen werden.

Diese Konstruktion ist auch kein vollwertiger Ersatz für ein Ablaich- oder Aufzuchtbecken. Sie bietet aber den Jungfischen zumindest eine bessere Chance, nicht gefressen zu werden.

Gerhard Rogenhofer

Gerhard ist ein passionierter Aquarianer mit über 30 Jahren Erfahrung in der Pflege und Zucht von Fischen und Wirbellosen. Als geprüfter Zoofachhändler hat er Expertenwissen in den Bereichen Aquarienpflege, Wasserchemie und Fischgesundheit.

Gerhard hat zahlreiche Artikel und Beiträge zum Thema Aquaristik veröffentlicht und teilt hier seine Expertise mit Dir. Wenn er sich nicht gerade mit seinen Aquarien beschäftigt, genießt er so oft es geht seinen Garten und die freie Natur.